
Während der Konflikt rund um die Straße von Hormus und die wiederholten Auseinandersetzungen rund um die Öltransporte auf der Nahost-Wasserstraße sich seit fast 6 Monaten immer wieder fortsetzen und neu hochkochen, versuchen die Ölproduzenten der Region weiter, ihre Waren an den Mann bzw. die Konzerne zu bringen. Zwar sind die Öltransporte dabei deutlich niedriger als zur Vorkriegszeit, sie reißen aber auch nicht komplett ab.
Irak, VAE und Saudi Arabien versuchen Ölexporte durch Hormus fortzusetzen
Während die Kämpfe rund um die Meerenge der Straße von Hormus südlich des Iran fortgesetzt werden, versuchen die nahen Länder weiterhin, ihre Ölexporte durch den Wasserweg aufrecht zu halten. Besonders im Fokus stehen bei den großen Ölunternehmen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und Saudi Arabien Shuttle-Transporte, bei denen die Länder große Öltanker beladen, möglichst unentdeckt durch die Meerenge transportieren und dann in sichereren Gewässern nahe der omanischen Küste ihre Waren mittels Transfer auf Schiffe entsprechender Kunden weiterverladen.
Der Irak geht dabei nochmal einen anderen Weg und verkauft sein Öl gezielt an Handelsunternehmen und Ölgruppen der naheliegenden Länder zu besonders günstigen Preisen, sodass diese dann für den Export und die Sicherheit der Transporte verantwortlich sind. So bekommen beide Seiten ihre Einnahmen, die Handelsunternehmen und externen Konzerne müssen sich jedoch um Lieferung und Sicherheit kümmern, während der Irak sich verstärkt um die Produktion kümmern kann. Das System scheint Erfolg zu haben, in den ersten Augustwochen konnte das Land seine Ölexporte um mehr als +60% steigern.
Öltransporte durch die Straße von Hormus geschwächt, aber nicht stillstehend
Wenn die aktuelle Lage etwas beweist, dann wie stur und resilient die Ölindustrie der Länder sein kann, um die Versorgung am Weltmarkt so gut wie möglich zu gewährleisten und entsprechende Gewinne dabei zu erzielen. Zwar sind die Öltransporte durch die Straße von Hormus aktuell, im Vergleich zur Vorkriegszeit, deutlich reduziert und die Märkte entsprechend unterversorgt, was immer wieder für Preisanstiege an den Börsen sorgt, von einem echten Lieferstopp kann jedoch nicht die Rede sein. Ob und wann die Situation sich jedoch wieder vollständig normalisiert, steht aktuell noch in den Sternen.
Preisnachlässe bei Heizöl erwartet
Auch wenn der Konflikt rund um die Meerenge der Straße von Hormus bestehen bleibt, geben die Unternehmen ihr bestes, die Ölversorgung am Markt so gut wie möglich zu sichern. Damit hoffen die Märkte auf eine sich bessernde Versorgung bei Ölprodukten am internationalen Markt, was sich direkt auch auf die Heizölpreise in Deutschland auswirkt. Diese werden aktuell mit durchschnittlichen Abschlägen von -1,60 bis -2,60 Euro pro 100 Liter gegenüber Mittwochvormittag erwartet. Die Unsicherheit der aktuellen Marktentwicklungen kann jedoch jederzeit für Schwankungen und Änderungen sorgen, sodass diese Angaben nur als Momentaufnahme zu verstehen sind.
Source: Futures-Services

